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Interview: Blaue Ozeane: Investment in neue Märkte

  1. Sehr geehrter Herr Kerstiens, mit Ihrem Unternehmen Miller Forest Investment AG bieten Sie ein innovatives Produkt für Anleger. Können Sie unseren Lesern erklären, was genau ein Waldinvestment ist?

Waldinvestment bedeutet Kapitalanlage in Wald und somit in den Rohstoff Holz.  Das eingesetzte Kapital wird verwendet, um Wälder mit Nutz- und Edelhölzern aufzuforsten und bis zur Ernte zu bewirtschaften. Renditen werden in erster Linie durch das natürliche Wachstum und den anschließenden Verkauf des Holzes erzielt. Neben der finanziellen Rendite können bei vielen Waldprojekten zudem ökologische und soziale Renditen erzielt werden, die zum Beispiel in der Verbesserung von Naturräumen durch Anpflanzung von Wald, durch langfristige Bindung von Treibhausgasen wie CO2 und durch Schaffung von Arbeitsplätzen in der einheimischen Bevölkerung entstehen.

Waldinvestments sind in aller Regel Langzeitinvestments, denn selbst bei tropischer Waldwirtschaft, wie wir sie betreiben, vergehen mehrere Jahre, bis die ersten Mittelrückflüsse erfolgen.

Welche Vorteile hat Ihr Angebot gegenüber traditionellen Angeboten des Wettbewerbs?

Wir bieten Beteiligungen in Form eines Direktinvestments an, soll heißen, ein Investor kauft oder pachtet einen genau definierten Anteil der Waldflächen, die wir bewirtschaften. Er wird physischer Eigentümer eines Waldes und schließt mit unserem Unternehmen ein Abkommen über die Bewirtschaftung dieses Waldes ab. Die Flächen werden grundbuchamtlich auf den Investor eingetragen und stellen daher eine hohe Eigentumssicherheit dar.

Damit heben wir uns deutlich ab von klassischen Produkten des Finanzmarktes wie zum Beispiel Aktien- oder Kommanditbeteiligungen oder gar Hebelprodukten wie Zertifikaten.

Und wo liegen die Risiken?

Jedes Geschäft ist mit Risiken verbunden, im Fall von Waldwirtschaft gibt es zum Beispiel waldbauliche Risiken wie Sturm- oder Brandschäden oder Schädlingsbefall, die das Ergebnis schmälern können.  Insgesamt sind diese Risiken jedoch gering, Ausfälle durch Elementarschäden liegen in aller Regel unter 0,5 Prozent. Zudem sind politische Risiken denkbar wie zum Beispiel negative gesetzliche Veränderungen (Besteuerung von Erträgen, Ausfuhrverbote), ebenso Marktrisiken wie zum Beispiel negative Preisentwicklung des Holzmarktes. Generell gilt jedoch, dass Holz als unverzichtbarer Rohstoff immer begehrter wird und dadurch die Renditechancen voraussichtlich weiter steigen werden.

Welchen Einfluss hat die Wirtschaftskrise auf Ihren Bereich? Spüren Sie Auswirkungen?

In der ersten Jahreshälfte 2009 sind unsere Umsätze eingebrochen, durch die Auswirkungen der Finanzkrise war der gesamte Kapitalmarkt zum Erliegen gekommen, auch in unser Waldprojekt wurde zu der Zeit wenig investiert. Seit dem Sommer 2009 hat sich die Lage jedoch normalisiert und die Besonderheiten unserer Kapitalanlage (Direktinvestment in eine Sachwertanlage, börsenunabhängiges Investment, Inflationsunabhängigkeit) haben uns Kundenkreise erschlossen, die Ihr Geld nicht mehr ausschließlich den klassischen  Produkten des Kapitalmarktes anvertrauen wollen.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee eines Waldinvestments? Was gab den Ausschlag für Ihr Unternehmen sich gerade hierauf zu konzentrieren?

Im Jahre 1985 wurde die Miller Reisen GmbH gegründet, die sich von Anfang an auf Reisen nach Lateinamerika spezialisiert hat und heute mit ca. 35 Mitarbeitern führender Anbieter von Privatreisen in diese Region ist. In nunmehr 25 Jahren sind enge Geschäftskontakte nach Südamerika entstanden, gleichzeitig blieben uns negative Veränderungen in Südamerika durch Raubbau an der Natur nicht verborgen, in Paraguay ist die Naturwaldfläche von einst 80% der Landesfläche auf unter 10% geschrumpft. Mit der Aufforstung brachliegender Flächen zu beginnen, erschien nur als logische Konsequenz, zumal unter dem Gesichtspunkt der Klimaneutralität, denn mit den Aufforstungen neutralisieren wir unter anderem die Emissionen an Treibhausgasen, die unsere Reisegäste verursachen. Beteiligungen auf dem Kapitalmarkt als Renditeobjekt anzubieten, war ein weiterer logischer Schritt.

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