Der Chef geht in den Ruhestand – die Firma in die Pleite?
Die Organisation ist planbar, die Emotion nicht
Verständlich, dass kein Unternehmer der Firma, die er jahrelang mit großem persönlichen Einsatz aufgebaut und geführt hat, einfach den Rücken kehren wird. Besonders dann nicht, wenn die Zukunft des Unternehmens ungewiss ist. Die sorgfältige Planung ist deshalb ein erster Schritt, um den Ausstieg zu erleichtern. Dennoch ist es schwer genug, die Fäden wirklich aus der Hand zu geben. Doch im Sinne einer ganzheitlichen Begleitung bieten externe Berater mittlerweile auch hier Hilfe an. Ein persönliches Coaching durch einen Externen hilft dabei, menschliche Betroffenheit zu überwinden. Der Coach steht als Gesprächspartner zur Verfügung und hebt immer wieder die positiven Seiten dieses Wechsels hervor. Er kann auch Konflikte zwischen dem bisherigen Inhaber und dem Nachfolger moderieren. Und er zieht die Grenze, wenn der bisherige Inhaber versucht ist, wieder zu stark führend im Unternehmen tätig zu werden. Doch nicht nur hier werden Emotionen frei, auch die Beschäftigten sehen sich mit einer neuen Situation konfrontiert und können nicht von heute auf morgen den Wechsel akzeptieren. Dabei schwingt viel Unsicherheit mit, wie die Firma die Zukunft meistern wird. Viele Beschäftigte haben in ihrer gesamten beruflichen Laufbahn immer für den „alten“ Inhaber gearbeitet und sind selbst mit ihm zusammen in der Firma alt geworden. Oft vollzieht sich deshalb mit dem Führungswechsel an der Spitze auch ein Generationswechsel an der Basis des Unternehmens. Der neue Inhaber tut sich ungeheuer schwer, wenn er mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm versucht, neue Strategien umzusetzen. Um Schwierigkeiten zu meistern empfiehlt sich folgender bewährter Weg: Zuerst muss man mit den Mitarbeitern in Schlüsselpositionen Gespräche führen, in denen man die neue Strategie vorstellt und diskutiert und schnell sieht, ob dieser Mitarbeiter bereit ist, sich zu verändern, oder nicht. Wenn keine Bereitschaft zur Veränderung da ist, muss man daran gehen, diese Schlüsselposition auszuwechseln. Wichtig ist für die Mitarbeiter vor allem zu erkennen, warum der neue Inhaber bestimmte Dinge tut. Sonst wird der Akzeptanzverlust schnell zu groß.
Chancen des Generationswechsels
Der Generationswechsel bietet für jedes Unternehmen neben den genannten Risiken aber auch eine große Chance, weil damit in 95 Prozent der Fälle eine Neupositionierung des Unternehmens auf dem Markt verbunden werden kann. Diese Neupositionierung schafft neue Marktfelder, neue Absatzmöglichkeiten und neue Kundenbeziehungen. Durch die interne Restrukturierung können alte Zöpfe abgeschnitten und neue Wege beschritten werden. Der Generationswechsel ist auf diese Weise mit einem positiven Innovationsschub und einem Marketingschub verbunden.
Text: NEUNsight-live.de
Bildmaterial: Fotolia
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