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Macht auf mich aufmerksam

Auf einen Blick

Unaussprechliche Macht

Entscheidungs-Macht ist ein Tabuthema. Macht ist kaum erforscht, es gibt kaum empirische Aussagen von Top-Führungskräften dazu. Während über Sex und Geld längst öffentlich gesprochen wird, äußern sich Top-Manager nicht zu ihrer Macht. Das Wort wird nicht direkt ausgesprochen, sondern mit anderen Begriffen wie „Entscheidungsfreiheit“ oder „Einfluss“ umschrieben.

Grenzen der  Macht

Die wenigen Studien, die es gibt, belegen, dass Machtinhaber ständig Angst haben, ihre Entscheidungsgewalt und damit an Ansehen zu verlieren. Mächtige genießen es, im Rampenlicht zu stehen und Einfluss zu haben. Dennoch besitzt keiner genug Macht, alle Situationen zu beherrschen. Jeder Mächtige macht diese Grenzerfahrung und kennt das Gefühl von Hilflosigkeit – geben es aber nicht zu. Schwächen werden nicht zugelassen. Dabei ist die Angst, zu versagen, ein ständiger Begleiter. Im Unterbewusstsein herrscht Furcht, die eigene Angst vor dem Machtverlust wird zur ständigen Bedrohung.

Macht macht Angst

Mächtige sind ein Opfer des Rationalismus und dem damit einhergehenden Bruch traditioneller Zusammenhänge. „Meine Mutter hat Zwillinge geboren, mich und die Furcht“, schrieb Thomas Hobbes. Das Individuum hat die Sicherheit der Gemeinschaft, das Einssein mit der Natur verloren. Die Ausbildung des Zentralstaates, die Herrschaft des Kapitals erzwingt rationales Handeln und löst die Maxime „Sein statt Haben“ ab. Das Individuum entsteht – frei von allen Bindungen, aber sich selbst überlassen. Statt im Dorf persönliche Kontakte zu pflegen, finden sich die Mächtigen im Fernsehen wieder. Die Psyche verändert sich: es gibt kaum einen sicheren, gottgegebenen Platz in der Gesellschaft mehr.

Text: NEUNsight-live.de
Bildmaterial: Fotolia

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