(Fast) alles ist möglich
Statussymbole braucht er nicht, Rampenlicht sucht er nicht und auf Claqueure kann er verzichten. Sein Leben ist geprägt von Diskretion. Ein Muss in der Berufswelt von Björn Grünert*, die Sicherheit heißt. Der Norddeutsche ist Leibwächter: klingt nach dicken Armen und kleinem Hirn und irgendwie nach Action-Movie. Alles an der Realität vorbei. Der 42-Jährige ist mehr als ein Body Guard: Er ist Security-Unternehmer und Sicherheits-Berater, seit 16 Jahren. Vor sechs Jahren hat er die Basis radikal geändert: Seine Unternehmen mit einigen hundert Mitarbeitern hat er teilweise verkauft, teilweise geschlossen. Der Grund, „ich war auf Geldverdienen nicht mehr angewiesen“. Kurzfristig genießt Björn Grünert die Früchte seiner Arbeit. Doch Privatier sein, ist nichts für den Macher „Bibo“, wie ihn Kollegen nennen. Arbeit ist sein Lebenselixier, „Leistung ist Anreiz, Neues zu probieren und auf die Beine zu stellen, ist mir Ansporn“.
Jetzt führt Björn Grünert kleine, feine Unternehmen. Wer exklusiven Personenschutz rund um den Globus sucht, ist bei ihm richtig: Er hat ein internationales Netzwerk aus intelligenten Sicherheitsprofis und Partnern geknüpft. Er selbst steht zudem als Berater für internationale Konzerne oder für Regierungen parat.
Aus dem operativen Geschäft hat sich Bibo teilweise herausgezogen. Ein Grund ist emotional, „Frau und Kind sind oben auf der Prioritätenliste“, der andere rational: Vor fünf Jahren machte er Bekanntschaft mit einem ausgewachsenen Burn-Out-Syndrom. Eine entsetzliche, weil völlig neue und fremde Situation. Er konnte nicht mehr über sich selbst bestimmen. „Ich musste erfahren, dass mein Körper etwas machte, was mein Geist nun gar nicht wollte“, erinnert er. Noch im Nachhinein für ihn „eine Situation, mit der schwer umzugehen ist“. Verständlich. Lernt doch einer wie er – zumindest im Idealfall – kämpfen, retten und helfen: anderen und sich selbst.
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