„Wer hat Lust an der Macht?“
Je nachdem mit welcher Unternehmenskultur und mit welchen Mitarbeitern es der Vorgesetzte zu tun hat, wird die
eine oder andere Machtquelle eingesetzt. Im Grunde setzt jeder mehr oder minder Macht ein, um andere zu beeinflussen. Wenn beispielsweise versucht wird, jemanden durch Argumente zu überzeugen, wird die Informationsmacht eingesetzt. Oder wenn jemand nach etwas gefragt wird, dann wird der andere es ihm geben, je nachdem welche Persönlichkeitsmacht dieser hat. So setzt jeder Verkäufer mehr oder weniger Macht ein, um etwas zu verkaufen.
Gelegentlich wird ein so genanntes Machtspiel (Power Play) eröffnet, dass immer einen eindeutigen Gewinner und Verlierer hat. Genutzt werden Machtspiele, wenn etwas erreicht werden soll und die Vermutung nahe liegt, dass der andere dies nicht freiwillig tut. Es wird nicht versucht, durch Fragen und Argumentation etwas zu erreichen, sondern es wird in Richtung Machtkampf gespielt. Ein typisches Machtspiel ist das „Alles-oder-nichts-Spiel“. Angestellte spielen dies, wenn Sie mehr Geld wollen, nach dem Motto „Wenn ich nicht mehr Geld bekomme, kündige ich“. Eheleute spielen dies nach dem Motto „Wenn du nicht dies und jenes tust, verlasse ich dich“. Dies wird auch als die „Love-or-Leave-me“- Variante gespielt.
Wer gedacht hat, Macht sei ein reines Männerthema, irrt. Frauen, die Führungsverantwortung übernehmen, haben
nämlich meistens „Spaß am Umgang mit der Macht“. Dies ergab eine Umfrage der Akademie für Führungskräfte in Kooperation mit dem internationalen Management-Netzwerk European Women’s Management Development International Network (EWMD). Mehr als drei Viertel (78,3 Prozent) von 270 befragten Managerinnen sagten ganz bewusst „Ja, ich habe Lust an der Macht!“ 13,2 Prozent wollen sich nicht festlegen. Nur eine Minderheit von 8,5 Prozent verneint die Lust an der Macht.
Die Meisten (34,9 Prozent) definieren für sich das abstrakte Wort Macht als Möglichkeit, „Dinge bewegen und verändern zu können“. Andere Umschreibungen sind „Einfluss ausüben können“ (21,6 Prozent) oder „Sozialkompetent und verantwortlich handeln“. Die Definition „Verantwortung für Menschen übernehmen“ verbinden immerhin 19 Prozent mit dem Begriff „Macht“. Den Umkehrschluss „Nur wer machtbewusst ist, kann Führung übernehmen“, akzeptieren die meisten Frauen allerdings nicht. Dieser Aussage wollen wesentlich weniger als die Hälfte (39,4 Prozent) zustimmen.
Text: NEUNsight-live.de
Bildmaterial: Fotolia
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