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Vorstandsgehälter: Wieder auf Vorkrisen-Niveau

Die Vorstände deutscher Konzerne können sich über zum Teil üppige Gehaltserhöhungen freuen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdiente ein DAX-Vorstand durchschnittlich 2,9 Millionen Euro. Genauer betrachtet, gibt es aber deutliche Unterschiede. Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn fährt ganz vorne. Der Vorstandschef des Wolfsburger Autoriesen sicherte sich für das zurückliegende Geschäftsjahr eine Gesamtvergütung von 9,33 Millionen Euro. Damit hat der Automanager sogar Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann überholt, der mit 8,99 Millionen Euro auf Platz 2 liegt. Siemens-Boss Peter Löscher bekam 8,98 Millionen Euro. Und das sind nur die ersten drei Manager in der Rangliste der 30 DAX-Vorstände, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zusammengestellt und untersucht hat.

Noch sehr viel beeindruckender sind aber die Steigerungsraten der verschiedenen Vorstandsteams. Danach rangiert MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen ganz vorne. Die durchschnittliche Gesamtvergütung der MAN-Führungstruppe stieg um 191 Prozent. Das Vorstandsgremium von ThyssenKrupp legte um knapp 163 Prozent zu, der Infineon-Vorstandzirkel um knapp 118 Prozent. Dabei sind Pensionsansprüche noch gar nicht mitgerechnet. Es gab auch Verlierer. Im Vergleich zum Jahr 2009 sank die durchschnittliche Gesamtvergütung der Beiersdorf-Manager um knapp 33 Prozent. Bei K+S ging der Wert um mehr als 24 Prozent zurück

Doch die meisten Vorstandsbezüge stiegen an. Wie aus der DSW-Studie hervorgeht, verdienten die Mitglieder der DAX-Vorstände im Jahr 2010 durchschnittlich 2,9 Millionen Euro. Damit wurde zum ersten Mal wieder das Vorkrisenniveau des Jahres 2007 erreicht. Die Deutsche Bank liegt mit einer durchschnittlichen Vergütung pro Vorstand von 6,5 Millionen Euro ganz vorne. Am Schluss der Rangliste der durchschnittlichen Vorstandsgehälter liegt die Commerzbank. Sie vergütet ihre Vorstände im Durchschnitt mit 575.000 Euro und damit weit unterhalb der Millionengrenze. Wegen der Finanzhilfen des Bundes wurden die Vorstandsgehälter auf 500.000 Euro gedeckelt. Im laufenden Jahr fällt die Obergrenze weg, weshalb der Wert wohl ansteigen wird.

Die Vorstandschefs verdienen deutlich mehr als ihre übrigen Vorstandskollegen. Ihre Durchschnittsvergütung lag im Jahr 2010 bei 4,5 Millionen Euro. Gemessen an den Werten des Vorjahres, wo der Durchschnittswert der Unternehmenslenker bei 3,7 Millionen Euro lag, ist das ein Zuwachs um mehr als 20 Prozent. Bei den MDAX-Unternehmen wird viel weniger gezahlt. Die Vergütung der MDAXVorstände lag im Jahr 2010 bei 1,55 Millionen Euro. Die MDAX-Vorstandschefs bekamen im Durchschnitt 2,16 Millionen Euro zugeteilt.

Laut der Studie sind unter den variablen Vergütungsbestandteilen die kurzfristigen Boni-Zahlungen immer noch dominierend. 40 Prozent der Summen wurden in Form von jährlichen variablen Boni, Erfolgsprämien oder Tantiemen gewährt, die sich in der Regel am kurzfristigen Unternehmenserfolg orientieren. 29 Prozent wurden als Fixgehalt überwiesen. Der Rest wurde an die langfristige Unternehmensentwicklung gekoppelt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Vergütungsstruktur nur geringfügig verändert. Kurzfristige Boni-Zahlungen haben nach wie vor ein hohes Gewicht.

Allerdings gehen die DAX-Konzerne immer häufiger dazu über, nichtfinanzielle Kennzahlen als Bemessungsgrundlage für Vorstandsvergütungen einzuführen – Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit zum Beispiel. Wie die Daten erhoben werden, steht aber in vielen Fällen in den Sternen. Genauso wie “individuelle Ziele” oder die “Geschäftsentwicklung”, die für die Ermittlung von Boni relevant sind. Bei Volkswagen zum Beispiel ist die Geschäftsentwicklung die einzige Basis für den Jahresbonus. Durch welche Kennzahl die Geschäftsentwicklung gemessen wird, kommuniziert das Unternehmen nicht.

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